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TVN seit 1909

 

      TV Neerstedt - ein Verein mit Zielen

 

Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei sollen alle Menschen leben!

 

Das war das Ziel von Turnvater Jahn (1778 - 1852), als er als Lehrer 1811 den ersten Turnplatz auf der Hasenheide bei Berlin geschaffen hat. Friedrich Ludwig Jahn war ein Kämpfer, er stritt und litt für die Einheit und Freiheit aller Deutschen und für unsere Nationalfarben Schwarz, Rot, Gold. 1860 wurde die Deutsche Turnerschaft gegründet, der sich 1861 die Österreicher anschlossen.

Die deutsche Turn- und Sportbewegung hat dazu beigetragen, dass es durch den Franzosen Coubertin 1896 zur Olympischen Bewegung der Neuzeit kam. Darauf können wir Deutschen stolz sein. Seit 1951 gibt es den Deutschen Turn-Bund (DTB) und als Dachorganisation den Deutschen Sportbund mit Millionen Mitgliedern. Bei der körperlich schwer arbeitenden Landbevölkerung bestand zumindest kein Bedürfnis und kein Verständnis für die Ziele eines Turnvaters. So gehörten schon Mut und Schwung dazu, in Neerstedt einen Verein zu gründen.
 

  Diese Männer hatten beides:
  Johann Lindemann, Baumann (Bauer)
  Johann Dicke, Zimmermann und Baumann
  Heinrich Dicke, Zimmermann
  Fritz Dicke, Zimmermann
  Fritz Lüning, Kaufmann und Baumann


1909
gründeten sie abends in der Gastwirtschaft von Fritz Harms den Turnverein Neerstedt (TVN). Aller Anfang ist schwer. Mit großer Opferbereitschaft wurde ein Reck zusammengebaut, ein Pferd, eine Matte und Schaukelringe gekauft, ein Barren wurde von Gastwirt Fritz Harms gestiftet. Das war alles. Aber geturnt und gesungen wurde eifrig im neuen Saal auf dem Tanzboden der Gastwirtschaft Harms (Schützenhof).


1910
bat der Zimmermann Heinrich Dicke den Hauptlehrer Bredehorn, Klattenhof, den Vorsitz des TVN zu übernehmen. Jetzt erst kommen auch viele Söhne der Bauern aus der ganzen Umgebung zum Turnen.


1912
wurde die Knabenabteilung gegründet. Das Sommerfest im selben Jahr war ein großes Volksfest, und bei den Ballspielen besiegten unsere Mannschaften sogar die Wildeshauser.


1913
wurde die Schulmädchenabteilung gegründet. Kleiderordnung für Bluse, Rock und Hose: Der Rock muß 10 cm über´s Knie reichen. Jedes Hosenbein muß so weit wie ein Rock sein und 20 cm über´s Knie reichen.


1913
fördert bereits der Junglehrer Fritz Grashorn von der Schule Ostrittrum-Grad die Leichtathletik. Sein Vater, der Hauptlehrer Diedrich Grashorn, stellt en 130 x 80 m großes Stück von seinem Land auf der Kurzen Heide dem TVN kostenlos zur Verfügung. An den Wochenenden wird der Platz von den Turnern abgeplaggt und hergerichtet. Neerstedt hat einen Turn- und Sportplatz.

Nach dem 1. Weltkrieg mußte das Vereinsleben neu aufgebaut werden: Elisabeth Bredehorn übernahm die Frauenabteilung (jüngere Mädchen ab 14 Jahren) und die Mädchenabteilung (unter 14 Jahren). Aber die Töchter der Bauern hielten es für unmöglich, mit Töchtern aus anderen Bevölkerungsschichten gemeinsam zu turnen. Nur eine hielt es nicht für unmöglich: Frieda Hollmann aus Geveshausen. Ihr Vater war auch Bauer und langjähriger Landtagsabgeordneter in Oldenburg und bekam sogar den Ehrentitel Ökonomierat verliehen.
Frieda wurde eine außerordentlich gute Turnerin. Sie wurde auf Verbandsturnfest in Wildeshausen 1. Siegerin im 9-kampf, 2. Siegerin wurde Elisabeth Bredehorn. Als Anerkennung wurden Eichenkränze vergeben. Turnwart war Lehrer Pralle.

Lebenslange glücklich Ehen sind durch den Turnverein zustande gekommen. Zum Beispiel: Frieda Hollmann heiratete den 1. Turnwart Fritz Hohnholt und Elisabeth Bredehorn den Turnwart Fritz Grashorn.


1922
gründete der Neerstedter Lehrer Fritz Schumacher den Turnverband Wildeshauser Geest; er wurde Oberturnwart und Männerturnwart, Wilhelm Bredehorn Jugendwart dieses Verbandes.

Der Bann war längst gebrochen. Man hatte eingesehen, dass ein Turnverein für alle da ist, und nicht nur für eine gewisse Berufs- oder Gesellschaftsschicht. Der Turnverein Neerstedt nahm einen enormen Aufschwung. Durch die Steigerung der Mitgliederzahl kam mehr Geld in die Kasse. Es konnten mehr Geräte angeschafft werden, und dadurch wurde der Turnbetrieb vielgestaltiger. Der Sportplatz auf der Natenheide wurde von den Turnern wieder hergerichtet. Schleuderball, Faustball, Schlagball und Handball wurde gespielt. Neben dem Geräteturnen im Saal wurde viel Leichtathletik betrieben; Laufen, Weitsprung, Hochsprung und Kugelstoßen.

Als eifriger Turnwart wirkte zur damaligen Zeit Wilhelm Petermann.


1925
Durch die fleißigen Hände der Turner wurde 1925 der Sportplatz geschaffen.

v. links: Georg Grashorn (Neerstedt) - Heinz Reinekehr (Neerstedt) - Willi Petermann (Rhade) - Georg Geerken (Grad) - Heinrich Lahmann (Rhade) - Hans Huntemann (Neerstedt) - Adolf Grotelüschen (Barel) - Siegfried Heizhausen (Neerstedt) - Georg Rüdebusch (Ohe) - Fritz Zitterich (Grad) - Heinrich Grashorn (Wehe) - Georg Huntemann (Neerstedt) - Hans Müller (Ohe) - Adolf Kaschmekat (Neerstedt) - Fritz Bierfischer (Geveshausen) - Karl Reinekehr (Neerstedt) und einer der Schimmel von Reinekehr


1930
wurde in Neerstedt schon auf dem Rasen Tennis gespielt. Die drei Brüder Huntemann hatten mit ihren Kameraden einen Tennisplatz gebaut. Das Netz, das nun einmal zum Tennisspielen gehört, holten sie sich von den Fischern an der Unterweser.


1931
fand das große Verbandsturnfest in Neerstedt auf der Weide zischen dem Bauernhof Thöle und dem Kirchweg statt. Unser 1. Vorsitzender Hauptlehrer Hermann Garms - schon todkrank - noch dabei.

Auf dem Lande waren es immer die Dorflehrer, die sich als geeignetsten Kräfte freiwillig für die Turnerei zur Verfügung stellten. Aus innerer Verpflichtung zur dörflichen Gemeinschaft setzten sie sich ein für das turnerische und kulturelle Vereinsleben. Sie waren Vorbilder und Kulturträger auf den Dörfern, selbstlos, opferfreudig, getreu bis in den Tod. Wilhelm Bredehorn, Fritz Grashorn, Hermann Garms, Fritz Schumacher, Hans Huntemann, Heinrich Witte u.a. gehörten dazu.


1934
wurde zwar die Deutsche Turnerschaft "gleichgeschaltet" und der Reichsbund für Leibesübungen an seine Stelle gesetzt, im Neerstedter Turnerleben aber änderte sich nichts. Es wurde einfach weiter geturnt und Sport getrieben, wie bisher: "Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei".


1945
Dann kam der Krieg und 1945 der total Zusammenbruch Deutschlands. Nur langsam konnten die Turnwarte Georg Grashorn und Georg Huntemann den TVN wieder in Gang bringen.


1956 und 1958
fand in Neerstedt das Unterkreisturnfest statt. Der Sportplatz auf der "Korten Heide", wie er sich heute darbietet, wurde mit viel Schweiß hergerichtet. Ebenfalls im Jahre 1958 bauen Gerold Kuhlmann und Günther Osterloh eine Handballmannschaft auf. Zusätzlich wird die Turnhalle gebaut und den Turnvereinen von der Gemeinde zur Verfügung gestellt.


1961
hat der TVN schon wieder 122 Mitglieder. Das Gauturnfest wird in Neerstdt ausgetragen. Oberturnwart ist Hans Huntemann, Wildeshausen, ein Neerstedter Junge.


1974
wird die neue, große Sporthalle fertiggestellt. In erster Linie wird sie von der Handballabteilung genutzt. Aber auch die anderen Abteilungen des TV Neerstedt sowie die Nachbarvereine aus Dötlingen und Ostrittrum und die Grundschule Neerstedt nutzen diese Sportstätte.

In den 70er und 80er Jahren entstehen immer mehr Sparten im TVN; die Mitgliederzahl wächst.


1981
1981 richtete der TV Neerstedt zum ersten Mal das Turnier um den "Chicago-Pokal" aus. Bei diesem Turnier handelt es sich um ein Gemeinde-Handball-Turnier, das seinen Namen nicht von ungefähr hat. Die beiden ehemaligen Neerstedter Hans Krumland und Hermann Kröger, die in den fünfziger Jahren nach Chicago auswanderten, aber immer den Kontakt zu ihrer deutschen Heimat hielten, traten Anfang der achtziger Jahre an den TV Neerstedt heran, dass sie gerne einen Pokal für ein Handball-Turnier stiften würden, was jedes Jahr wieder ausgespielt werden solle.


1984
hat der Turnverein Neerstedt über 365 Mitglieder - ein stolzes Ergebnis für einen Dorfverein!

Quelle: Festzeitschrift zum 75jährigen Bestehen des TV Neerstedt und der Freiwilligen Feuerwehr Neerstedt aus dem Jahr 1984. Verfasser: Dr. Joachim Thiele. (Archiv der Wildeshauser Zeitung, Elisabeth Grashorn, Heinrich Witte, Hans Huntemann)

1985
Das Flachdach der Sporthalle  erhält ein leicht geneigtes Satteldach, da es seit längerer Zeit mit der Dichtigkeit Probleme gibt. Die Baukosten werden auf 105.000DM veranschlagt.
Das Dach für die Umkleidekabinen soll kurz danach ebenfalls mit einem abgeschrägten Aluminiumdach versehen werden. Die Heizanlag wurde von Öl- auf Gasbefeuerung umgestellt.

1992
Nachdem 1991 der "Förderverein Handball e.V." gegründet wurde, hat der Verein zur Förderung des Handballsports die Idee zu der "Handballkanone" entwickelt. Mit der "Kanone" ist eine Vereinszeitung entstanden, in der Werbung und aktuelle Handballberichte zu finden sind. Die Werbeeinnahmen sollen der Handballabteilung zu gute kommen.
Die Trainer wurden verpflichtet regelmäßig Berichte über ihre Teams zu schreiben.
Vorstand Förderverein: 1.  Vors. Frank Bruns, 2. Vors. Dieter Weyhausen, Schriftführerin Andrea Gröbler, Kassenwart Wolfgang Vospohl.
 

Beim "Frühkonzert" kommen die Musikfreunde auf ihren Geschmack. Keine Kosten und Mühen scheuen die TVer, um die Blaskapelle „Oldhove Kapell“ aus Leuwarden zu engagieren. Original Egerländer und böhmische Weisen sind unter den schattenspendenden Eichen auf Kuhlmanns Hofstelle zu hören. Um den Kuhlmannschen  Hof gibt es kaum noch einen freien Parkplatz.

1997
Mit dem Aufstieg in die Oberliga krönen die 1.Damen und die 1. Herren ihre hervorragenden sportlichen Leistungen im Handball.
Dieser zeitgleiche Aufstieg von zwei Mannschaften  in die 4.Liga ist ein Novum in der Vereinshistorie.   Beide Mannschaften wurden später gemeinsam vom TVN Vorstand in der Sporthalle geehrt.


2005
Die mittlerweile 30 jährige Großraumhalle in Neerstedt erhält eine umfangreiche Sanierung.
Nach vollständiger Entkernung gehören zu den geplanten Baumaßnahmen: Erneuerung des Hallenbodens, der sanitären Anlagen, Verlagerung der Geräteräume und der Tribüne. Zudem wird ein neues Energiesparendes 5,5 KW Blockheizkraftwerk installiert. Baubeginn Ostersamstag – Fertigstellung im August. Ein Großteil der Arbeiten wird durch Eigenleistung der Mitglieder  geleistet.
Die neu Sanierte Sporthalle ist ein Vorzeigeobjekt. Zusätzlich zu den geplanten Baumaßnamen wird noch ein Foyer für 6.000 € gebaut, dass der TVN bezahlt.
Der Bauamtsleiter Uwe Kläner lobt den Verein über alle Maßen: „Selten hat die Zusammenarbeit mit einem Verein so gut geklappt.“

 

TVN seit 1909


1925
Durch die fleißigen Hände der Turner wurde 1925 der Sportplatz geschaffen.



1945
Nach dem Krieg konnten die Turnwarte Georg Grashorn und Georg Huntemann den TVN nur langsam wieder in Gang bringen.



1981
Die Gründer des Chicago-Pokals sind die beiden ehemaligen Neerstedter Hans Krumland und Hermann Kröger, die in den fünfziger Jahren nach Chicago auswanderten.



1984
Vorstand des TVN
v. links: Heiko Strangmann - Manfred Dobberschütz - Gerold Kuhlmann - Heino Lüschen - Thea Freiberg - Rudolf Diers


Die Vorsitzenden des Turnvereins
1. Wilhelm Bredehorn 1910 - 1929
2. Hermann Garms 1929 - 1931
3. Friedrich Hohnholt 1931 - 1945
4. August Wilkens 1945 - 1949
5. Karl Willms 1949 - 1972
6. Herbert Lübben 1972/1973
7. Bernhard Hausmann 1973 - 1982
8. Gerold Kuhlmann 1982 - 1994
9. Manfred Dobberschütz 1994 - 2008
10. Jens Schachtschneider 2008 - 2014
11. Gerd Bolling seit 2014